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Presse - Die Sucht nach suchtfreiem Leben Drucken E-Mail
Delmenhorster Kurier Mittwoch, 07. Mai 1997
Die Sucht nach suchtfreiem Leben
Präventionstage an Realschule Ganderkesee enden heute / 40 Kurse zur Auswahl
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Silvia Gessmann von der Bremer Universität zeigte Schülerinnen und Schülern, wie es in einem Rhönrad rundgehen kann.    Foto: Lars Behrens

Ganderkesee (ctr). „Auch die Schulen in Ganderkesee sind kein drogenfreier Raum mehr", meint Reatschuldirektor Horst Claußen. So wenig ihm das Zugeständnis schmeckt, so offensiv wollen er und seine Kollegen das nicht mehr wegzudiskutierende Problem angehen. Heute findet ein dreitägiges Projekt zur Drogenprävention an der Realschule seinen Abschluß, Titel: „Die Sucht nach Leben".       
Angestoßen worden war die ganze Aktion von der Schülervertretung der Realschule - daß sie beim Lehrerkollegium auf Zustimmung   stieß, macht ihre Umsetzung      
leichter. Zumal man sich auch hier einig darüber war, daß die althergebrachten Formen der Warnung vor Drogen nicht den gewünschten Effekt gezeitigt haben. Filme mit vermeintlichen Horrorbildern von Raucherbeinen, schwarzen Lungen oder Herointoten auf Bahnhofstoiietten würden keinen Jugendlichen davon abhalten, zu rauchen, Alkohof zu trinken oder zu fixen. „Als junger Lehrer habe ich solche Filme auch im Unterricht eingesetzt", erklärt Claußen.       Nun ist er klüger. Die Aktion „Sucht nach Leben" setzte ganz auf die Motivation zu ein-
nem selbstbewußten Leben. An drei Tagen waren die 240 Schüler der Realschule aufgerufen, sich aus einem Angebot von 40 Kursen Anregungen für neue Hobbys zu holen, mit Vorbildern aus dem Profisport gemeinsam zu trainieren oder in Gesprächskreisen Formen der Problemlösung kennen zulernen, die man zuvor als „Laberei" abgetan hatte. Im Anschluß an ältere Aktionsformen wie „Kinder stark machen", wollte man in der Ganderkeseer Realschule Anleitung geben, nicht Abschreckung. Heute gibt es um 15 Uhr in der Aula der Realschule zum Abschluß einen Theaternachmittag mit dem  Schnürschuhtheater aus Bremen.
Unter anderem hatten sich Vertragsspieler von Werder Bremen, Havard Flo und Björn Schierenbeck, für ein Fußballtraining zur Verfügung gestellt, Basketballspieler des BG Oldenburg/Westerstede gingen mit den Jugendlichen auf Körbejagd und ganz mutige durften sich - sicher zum ersten Mal im Leben - in ein Rhönrad einspannen lassen. Für eher geistig veranlagte Wettkämpfer waren Einsteigerkurse ins Schachspiel organisiert, musische Zeitgenossen durften sich beim Djembe-Trommeln austoben und
ganz pragmatische Angebole wie „Rhethorik und Gesprächsführung" oder „Entspannungstraining" komplettierten die Palette.
Auf die Beine gestellt werden konnte all dies nur durch das Engagement der Lehrer und Schülervertreter. Unterstützung erhielt das Projekt durch die Drogenberatungsstele des Landekreises und des Diakonischen Werkes, durch die Beratungsstelle „Rose 12" in Oldenburg und durch die Polizei. Ein eher unrühmliches Kapitel war die Finanzierung   des   Unternehmens.   „Wir  waren etwas   enttäuscht", sagt Horst Claußen und meint damit die Reaktion der Ganderkeseer Unternehmerschaft auf die Bitte um Spenden.
Von 40 angeschriebenen Betrieben hat ten gerademal fünf dem Projekt beigestanden - mit 350 Mark. Nur ein Untnehmen hatte eine Absatje geschickt, der Rest würdigte das Ansinnen nicht einmal einer Antwort. Und das, obwohl doch die Unternehmen der Gemeinde von der Schule und ihrem Potential an abgehenden Schülern profilieren, meint Claußen. Und die wären doch sicherlich froh darüber, „drogenfreie" Auszubildende zu bekommen.
 
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Ich will zurück
Jonathan G. 23. Januar 2006

Alle die abgehen
sagen das Gleiche,
Schule ist blöde,
Aber doch war's 'ne Weiche,

Man durfte nicht rauchen,
auch das ist passee,
doch mich zu verstecken,
dass tat mir nie weh,

ich würd gern zurück
auf die RSG,
denn die Lehrer war'n korrekt,
sowie ich das seh,

Wir hatten viel Spaß,
es war 'ne geile Zeit,
und das sie vorbei ist,
tut mir irgendwie leid,

Der Unterricht war leicht,
nagut nicht immer,
doch sage ich euch,
jetzt ist es viel schlimmer!

doch das zu verstehen,
da braucht es viel Zeit,
die Monate verwehen,
es packt einem der Neid,

Man will zurück,
nur für einen Tag,
man erkennt, welches Glück,
in der Vergangenheit lag ...


 

 
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