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Presse - Zwei Jahre Warten auf den Schulleiter Drucken E-Mail
Delmenhorster Kurier Mittwoch, 3. März 1993
Zwei Jahre Warten auf den Schulleiter
Eltern fühlen sich verschaukelt / Behörde: Fristen
Ganderkesee (rgo). Was aus Elternsicht ein kleiner Skandal, ist für eine Behörde ein ganz normaler Vorgang. Gut zwei Jahre ist die Schulleiterstelle an der Realschule Ganderkesee vakant, überdies leidet die Schule an einem chronischen Lehrermangel. Die Leitung wurde kommissarisch übernommen, dem Lehrermangel wurde mit dem Einsatz von sechs bis sieben „Springern" begegnet. Irgendwann reichte es den Eltern: Sie drängten bei der Bezirksregierung auf einen Termin für die Einstellung eines neuen Schulleiters. Doch statt dessen kamen von der Behörde nur Vertröstungen und Hinweise auf einzuhaltende Fristen.

Zur Geschichte dieses Pädagogik-Ärgers: Im September 1991 räumte die Schuleiterin Erdmute Palaschewski ihren Schreibtisch in der Realschule Am Steinacker und drängte in den Schulaufsichtsdienst, die Schulleiterin-Stelle war mithin vakant. Ersatz kam nicht, für sie leitete der stellvertretende Schulleiter Steffen Akkermann das Amt kommissarisch, unter großen persönlichen Arbeitseinsatz. Durch den Weggang der Schulleiterin summierten sich die Fehlstunden, die 26 Stunden der Schulleiterin fehlten. Überdies lag die Schule in der Unterrichtsversorgung eh schon unter der Norm, mit der ständigen Präsenz von sechs bis sieben „Springern" sollte das Unterrichtsfehl gemindert werden.
Ein Jahr lang schaute sich dies der Schulelternrat an, dann wurde es den Eltern zu bunt. Mit Datum vom 5. November 1992 schrieb die Elternratssprecherin Karin Scheeper über den Dienstweg Schulaufsichtsamt einen geharnischten Brief an die Bezirksregierung in Osnabrück und in Kopie an den Kultusminister: "Große Sorgen machten sich die Eltern über je zu geringe Unterrichtsversorgung, in der Gemeinde Ganderkesee seien zehn neue Lehrerstellen einzurichten.
Die Antwort kam prompt. Der Kultusminister schrieb, die Bezirksregierung Weser-Ems in Osnabrück sei zuständig; die Bezirksregierung schrieb, das Schulaufsichtsamt sei zuständig. Dennoch verhieß das Schreiben einen Hoffnungsschimmer: Zum 1. Februar 1993 würde ein neuer Schulleiter kommen, dann wäre das Unterrichtsfehl behoben.
Wer zum 1. Februar nicht kam, war der neue Schulleiter. Zwar hatte der sich schon auf der Gesamtkonferenz am 17. Januar den Lehrern, Eltern- und Schülervertretern vorgestellt, doch gewissen Fristen seien noch nicht abgelaufen, teilte ein Sachbearbeiter der Bezirksregierung der verdutzten Eitersprecherin mit, der neue Schulleiter komme zum l. März. Wer zum
1. März nicht kam, war der neue Schulleiter. Genannt wurde der Elternsprecherin nach mühevollen Telefonaten mit der Bezirksregierung wieder ein neuer Termin: der 15. März. Karin Scheeper dazu: „Ich bin unheimlich enttäuscht von der Bezirksregierung und weiß gar nicht mehr, was ich den Eltern noch sagen kann."
So kurios es klingt: Nach Darstellung der Bezirksregierung als obere Schulbehörde ist die Stelle aber noch nicht zwei Jahre, sondern gerade fünf Monate vakant. Der Dezernatsleiter für Lehrerpersonalien, Harald Spreckelmeier, erklärt dies so: „Frau Palaschewski hat sich Anfang Dezember 1991 für den Schulaufsichtsdienst beworben. Dieser Tätigkeit geht eine lange Erprobung voraus, die Probezeit war erst Ende September 1992 zuende. Von da an wäre die Stelle in Ganderkesee erst vakant gewesen."
Doch, so Dezernatsleiter Spreckelmeier: „Wir haben schon viel eher reagiert." Was bei einer Behörde heißen will: Ausschreibung der Stelle im Schurverwaltungsblatt zum 15. Februar 1992; Bewerbungsfrist zwei Monate; langwieriges Auswahlverfahren der acht Bewerber, das erst zum 20. November 1992 abgeschlossen ist; sechs Wochen Einspruchsfrist für Schulträger und Schulkonferenz; vier Wochen Rechtsschutzfrist für die Mitbewerber — schon ist man beim 12. März 1993.
Fehler räumt die Bezirksregierung dennoch ein: „Es war einfach ein bißchen optimistisch, die Schulleiterstelle zum 1. Februar zuzusagen." Keinen Zusammenhang sieht Dezernatsleiter Spreckelmeier zwischen dem Unterrichtsfehl und der vakanten Schulleiterstelle: „Das sind zwei paar Schuhe." Im gleichen Atemzug zieht man sie sich aber an: „Die Unterrichtsversorgung wird aber besser, wenn der neue Schulleiter kommt." — Wenn er denn kommt.
 
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Ich will zurück
Jonathan G. 23. Januar 2006

Alle die abgehen
sagen das Gleiche,
Schule ist blöde,
Aber doch war's 'ne Weiche,

Man durfte nicht rauchen,
auch das ist passee,
doch mich zu verstecken,
dass tat mir nie weh,

ich würd gern zurück
auf die RSG,
denn die Lehrer war'n korrekt,
sowie ich das seh,

Wir hatten viel Spaß,
es war 'ne geile Zeit,
und das sie vorbei ist,
tut mir irgendwie leid,

Der Unterricht war leicht,
nagut nicht immer,
doch sage ich euch,
jetzt ist es viel schlimmer!

doch das zu verstehen,
da braucht es viel Zeit,
die Monate verwehen,
es packt einem der Neid,

Man will zurück,
nur für einen Tag,
man erkennt, welches Glück,
in der Vergangenheit lag ...


 

 
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