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Presse - Schüler fragen - Politiker antworten Drucken E-Mail
Delmenhorster Kurier Mittwoch, 2. April 2008
Schüler fragen - Politiker antworten
Landtagsabgeordnete von CDU und FDP waren gestern zu Gast an der Realschule Ganderkesee
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Die Podiumsdiskussion mit den beiden jungen Abgeordneten aus Ganderkesee sollte den Neunt- und Zehntklässlern Politik nahe bringen. Dies bekräfigte auch Lehrerin Irmgard Gerken (am Mikro).   FOTO: MARCO WINGERT

Von unserem Mitarbeiter
Marco Wingert

GANDERKESEE. Detaillierte Einsichten in den politischen Betrieb auf Landesebene haben gestern Schüler der neunten und zehnten Klassen der Realschule Ganderkesee erhalten. Mit im Unterricht vorbereiteten Fragen entlockten vier Schüler des Wahlpflichtkurses Politik den jungen Parlamentariern Ansgar Focke (CDU) und Christian Dürr (FDP) alles rund um die Themen Werdegang, Wahlkampf sowie die tägliche Arbeit im Landtag."Schüler fragen - Politiker antworten", hieß es in der Mensa des Schulzentrums Am Steinacker. Und antworten durften Dürr und Focke reichlich: Immerhin 21 Fragen stellten die Schüler Kristin Marks, Mathias Lewicki, Lena Seeber und Nils Petersen den Berufspolitikern. Zweck der Veranstaltung sei es, den Schülern durch die jungen Abgeordneten aus der eigenen Gemeinde Politik näherzubringen, erklärte Lehrerin Irmgard Gerken."Die beiden sind noch gar nicht so lange aus der Schule raus", sagte Gerken zu Beginn der Podiumsdiskussion - eine Tatsache, die sich auch schnell aus den Biografien erschloss, die der 30-jährige Dürr und sein fünf Jahre jüngerer Kollege Focke zunächst vorstellten. Statt von einem jahrzehntelangen Ochsentour-Aufstieg innerhalb der Parteienhierarchie hörten die Schüler politische Lebensläufe, die recht schnell von den Anfängen in den jeweiligen Jugendorganisationen zum Sitz in Hannover geführt hatten.So hat den "waschechten Ganderkeseer" Dürr ein Auslandsjahr in den USA zum Nachdenken über das eigene Land gebracht - und 1995 zum Eintritt in die
Jungen Liberalen bewogen. Anschließend habe er verschiedene Ämter ausgeübt und sei 2002 gefragt worden, ob er nicht für den Landtag kandidieren wollen, erzählte der liberale Abgeordnete. "Damals waren junge Leute in der Partei sehr gefragt", so Dürr.Von großem Interesse für die Realschüler war die Frage, wie die beiden Politiker in ihren Parteien zu Kandidaten wurden und wie sie den Wahlkampf erlebten. Focke erzählte, er sei Ende 2006 vom CDU-Kreisvorsitzenden gefragt worden, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könne. Zu diesem Zeitpunkt sei er als Landesvorsitzender der Jungen Union schon im Parteivorstand gewesen, sagte Focke. Ihm sei klar gewesen, dass er das Direktmandat gewinnen müsse, da er nicht auf einen aussichtsreichen Listenplatz habe hoffen können.Den Wahlkampf beschrieben die beiden Abgeordneten als besonders in der "heißen Phase" anstrengend und spannend. Am Wahlabend habe er "kreideweiß" und mit Magenschmerzen die Prognosen erwartet, bekannte der gelernte Versicherungskaufmann Focke.Zur Arbeit im Landtag führte Dürr aus, die Abgeordneten würden keineswegs Urlaub machen, wenn keine Sitzungen anstünden, sondern vielmehr in den Ausschüssen themenbezogen arbeiten oder Termine wahrnehmen. Dies zusammen mit Aufgaben im Wahlkreis zu koordinieren, sei mitunter schwierig, bekannten beide Politiker.Dürr erzählte den Neunt- und Zehntklässlern, dass der "Job auf Zeit" im Landtag ihm durchschnittlich eine 70-Stunden-Woche abverlange und keineswegs familienfreundlich sei. Dafür, so der Liberale, "macht das richtig Spaß". Es entschädige für die viele Arbeit.
 
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