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Presse - Wenn Ehre zum Verhängnis wird |
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NordWest-Zeitung Samstag, 8. März 2008
Wenn Ehre zum Verhängnis wird
GEMEINDEBÜCHEREI Ausstellung mit Lesung zu Zwangsheirat und Gewalt

"Tatmotiv Ehre": Annette Brandenburger (links) und Dragica Smiljanic präsentierten das Plakat für die Lesung und Ausstellung in der Gemeindebücherei. BILD: HERGEN SCHELLING
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DIE AUTORIN FATMA BLÄSER KOMMT. SIE HAT DAS THEMA ÖFFENTLICH GEMACHT.
GANDERKESEE/ING - „Tatmotiv Ehre“ heißt eine Ausstellung in der Gemeindebücherei Ganderkesee. Eröffnet wird sie am Mittwoch, 2. April, um 20 Uhr mit einer Lesung der Autorin Fatma Bläser, die mit ihrem autobiographischen Roman „Henna Mond“ als eine der ersten betroffenen Frauen die Gewalt aus Gründen der „Familienehre“ öffentlich thematisiert hatte.
Fatma Bläsers Lebens- und Leidensgeschichte ist exemplarisch: Die gebürtige Kurdin aus Anatolien lebt seit ihrem neunten Lebensjahr in Deutschland. Mit 18 sollte sie Anfang der 80er Jahre zwangsverheiratetet werden – sie floh vor der Familie, musste sich verstecken, war Drohungen und sogar Mordplänen ausgesetzt.
Ihre Erfahrungen und Erlebnisse hat die 43-Jährige in „Henna Mond“ sehr bewegend geschildert. Aus diesem Buch wird sie am 2. April auch vorlesen. Der Eintritt beträgt 3 Euro, der Kartenvorverkauf beginnt am kommenden Montag, 10. März. Am Donnerstag, 3. April, werden nach Angaben von
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Büchereileiterin Annette Brandenburger zudem Schulklassen die Gelegenheit haben, sich am Habbrügger Weg mit Fatma Bläser zu unterhalten.
Die Ausstellung unter dem
Titel „Tatmotiv Ehre“ ist dann bis zum 14. April in der Bücherei
während der Öffnungszeiten zu sehen. Die von der
Frauenrechtsorganisation „Terre des femmes“ konzipierte Schau gliedert
sich in drei Teile: Zunächst wird der Begriff der Ehre in verschiedenen
Kulturen und Gesellschaften erläutert, dann die Gewalt im Namen der
Ehre geschildert, und schließlich werden Frauen vorgestellt, die für
ihre Selbstbestimmung gekämpft haben und noch heute kämpfen.
Dass „es auch in unserer Nachbarschaft Frauen und Mädchen gibt, die
gegen ihren Willen verheiratet werden“, weiß Dragica Smiljanic, die
sich in der Gemeinde als Sozialarbeiterin vor allem um
Migranten-Familien kümmert. Körperliche und psychische Gewalt gegen
Frauen gebe es in vielen Kulturen. „Leider“, so bedauerte sie bei der
Vorstellung der Veranstaltungen, „wird die Ausstellung von denen, die
es betrifft, vermutlich wenig wahrgenommen.“ |
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