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Presse - Keine Gesamtschule durch die Hintertür |
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Delmenhorster Kurier, Freitag, 16. Mai 2008
"Keine Gesamtschule durch die Hintertür"
Ausschuss verschiebt Entscheidung über Schulfusion
Von unserem Mitarbeiter
Marco Wingert
GANDERKESEE.
Eigentlich sollte der Ganderkeseer Ausschuss für Jugend, Schulen und
Sport am Mittwochabend ein deutliches Signal für den politischen Willen
zur Zusammenlegung von Haupt- und Realschule in Ganderkesee senden.
Ganz so überzeugend konnte dieses Zeichen aber nicht ausfallen: Auf
Antrag der FDP wurde das Votum über die Fusion verschoben.
Zuvor
hatte Regierungsschuldirektor Klaus Kapell für die Zusammenfassung
beider Schulformen geworben. Profitieren würden von diesem Schritt vor
allem die Hauptschüler, sagte er. Die Frage, ob ein Jugendlicher die
Haupt- oder Realschule besuche, würde bei einer gemeinsamen Schule
nicht so sehr im Vordergrund stehen. So könnten Diskriminierungen
vermieden werden.
Kapell betonte, eine zusammengelegte Haupt- und Realschule bedeute
nicht, dass die Schüler gemeinsam in den Klassenräumen sitzen. Es werde
keine Verminderung der Leistungsfähigkeit im Realschulunterricht geben.
"Es wird keine Gesamtschule durch die Hintertür werden", sagte Kapell. |
Der Regierungsschuldirektor stellte klar, dass es sich bei
der geplanten Schulfusion nicht um ein Sparprogramm der Landesregierung
handle. So werde es beispielsweise weiterhin eine dreiköpfige Leitung
geben.
Realschuldirektor Joachim Hüneberg betonte, dass er die Zusammenlegung
nur als ersten Schritt zur Rettung der Hauptschule sieht. Wichtig sei
auch weitere Unterstützung, beispielsweise durch Patenschaften. Es gehe
darum, dass "kritische Freunde" Schule und Schüler begleiten und
fördern. Ein Signal dafür, dass der anvisierte Weg unterstützt werde,
sei unter anderem die Umsetzung der geplanten baulichen Maßnahmen.
In einer Stellungnahme zur Zusammenführung der Schulen führt der
Schulvorstand der Realschule unter anderem die Renovierung und
Erweiterung der Werk- und Technik-Räume, die umfassende Erweiterung des
PC-Bereichs sowie eine besondere Berücksichtigung des Schuletats
während der Aufbauphase.
Ratsfrau Elke Röhl (CDU) sprach von einem "Schritt in die
richtige Richtung". Zustimmung signalisierte auch Edith Ohlenbusch
(SPD): "Wir bringen damit die Kinder auf den richtigen Weg, die nicht
mit dem dreigliedrigen Schulsystem zurecht kommen."
FDP-Fraktionschefin Marion Daniel zeigte sich von den
vorgetragenen Argumenten nicht überzeugt. Sie forderte, zuerst ein
pädagogisches Konzept zu erstellen und dann zu sehen, wie dieses
umgesetzt werden kann. Daniel meldete für ihre Fraktion Beratungsbedarf
an und beantragte die Vertagung auf den nächsten Ausschusstermin. Auch
der Einwand der Bürgermeisterin, dass ein Signal an die
Landesschulbehörde gegeben werden solle - besonders für
Personalentscheidungen -, konnte die Liberalen nicht umstimmen.
Dem ungeschriebenen Gesetz des Rates folgend, stimmten
schließlich acht Ausschussmitglieder für die Vertagung - wobei es mit
vier Gegenstimmen ungewöhnlich viel Widerstand gab. Das Thema wird den
Ausschuss am Mittwoch, 11. Juni, wieder beschäftigen.
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Klaus Kapell warb für die Schulfusion
FOTO: M. WINGERT
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